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CSU opfert allerletzten Rest an Prinzipien für Ambitionen ihres Vorsitzenden

16. Juli 2020

Im wahrscheinlich als passend empfundenen Ambiente – auf Schloss Herrenchiemsee, dem „bayerischen Versailles“ – nahm Bundeskanzlerin Merkel an einer Sitzung des bayerischen Kabinetts teil. Zum ersten Mal, wie landauf, landab berichtet wurde.

Und es wurde demonstrativ Einigkeit demonstriert. CSU-Chef und Ministerpräsident Söder stellte sich ausdrücklich hinter die Pläne Merkels für einen europäischen „Wiederaufbaufonds“. Dies ist zumindest teilweise erstaunlich, kam doch Kritik an der Vergemeinschaftung europäischer Schulden und ähnlichem oft aus den Reihen der CSU. Wenigstens scheint man sich dieses Mal das Ritual des Einknickens ersparen zu wollen.

Nach Ansicht der Bayernpartei opfert damit die CSU den allerletzten Rest ihrer Überzeugungen für die möglichen Kanzler-Ambitionen ihres Vorsitzenden. Die Bayernpartei lehnt den „Wiederaufbaufonds“ weiterhin entschieden ab, da er künftige Generationen in einem Ausmaß belasten wird, das völlig unverantwortlich ist.

Ergänzend der Kommentar des Bayernpartei-Vorsitzenden Florian Weber: „Der Weg der CSU zum bayerischen CDU-Landesverband ist damit wohl abgeschlossen. Aber offensichtlich meint Herr Söder, dass auf dem Weg zum Sonnenkönigtum gewisse Opfer gebracht werden müssen. Und ohne Zustimmung der jetzigen Regentin werden ihm diese höheren Weihen verwehrt bleiben.

Dabei ist mir die CSU eigentlich egal. Nicht egal ist mir aber, dass unsere Kinder und Kindeskinder die Zeche zahlen sollen. Dass das Risiko eines Total-Crashs der Euro-Zone – und damit das Armuts-Risiko der zukünftigen Generationen stetig steigt. Ob man ihnen dann sagen wird, dass sie doch Kuchen essen sollen? Das ist schon beim letzten Mal ziemlich danebengegangen.“

(Bild/Pixabay)