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Der Tesla-Hype – Darum bleibt der Batterieantrieb ein Nischenprodukt

30. November 2019

Kürzlich herrschte große Aufregung in sämtlichen Medienkanälen: Der Großvisionär und Seriengründer Elon Musk beglückt die darbende Bundeshauptstadt mit einer Gigafactory, in der bald Oberklassewägen der Marke Tesla produziert werden sollen. Lokalpolitik und -presse träumen gar von 5.000 bis 10.000 Arbeitsplätzen in der hochautomatisierten Produktionsstätte. Und das, nachdem Kreuzberger NIMBYs vor nicht allzu langer Zeit einen Start-Up Campus von Google verhindert haben.

Aber diesmal freuen sich selbst grüne Alternativökonomen über einen neuen „Innovationsmotor der Republik“, der München, Ingolstadt und Stuttgart in die Schranken weisen wird. Denn in der urbanen Blase ist man überzeugt: den batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen gehört die Zukunft. Und Musks Bekenntnis zu Berlin ist hierfür der unwiderlegbare Beweis.

Doch noch verweigert sich der Kunde dem öffentlichen Druck: Im ersten Halbjahr waren trotz beachtlicher Subventionen lediglich 2,6% der neuzugelassenen Kraftfahrzeuge mit einem Elektroantrieb ausgestattet. Einer repräsentativen Studie zufolge erwarten Autofahrer im Durchschnitt eine Reichweite von mindestens 530 Kilometer, denen lediglich die unbedingt mit Vorsicht zu genießenden Herstellerangaben von Tesla gerecht werden. Und mehr als die Hälfte der Befragten empfinden eine Ladedauer von mehr 15 Minuten als inakzeptabel. Hier verzichtet selbst der kalifornische Platzhirsch auf vollmundige Versprechen. Wenig überraschend nennen in einer weiteren Studie 31% der Teilnehmer mangelnde Reichweite und lange Ladezeiten als wichtigste Argumente gegen den Kauf eines batteriebetriebenen Elektrofahrzeugs.

Daher erstaunt es den informierten Autofahrer doch, wieso kundenfreundlichere (und in der richtigen Konstellation auch umweltfreundlichere) Antriebsformen so stiefmütterlich behandelt werden. Denn sowohl die Brennstoffzelle als auch synthetische Kraftstoffe garantieren nicht nur umweltfreundliche UND barrierefreie Individualmobilität; auch verfügt man in Bayern und in Württemberg diesbezüglich über einen beachtlichen technologischen Vorsprung und Bestandsfahrzeuge lassen sich zu allem Überfluss vergleichsweise unkompliziert umrüsten.

Wieso freut man sich in Berlin also noch einmal darüber, dass unsere vielleicht wichtigste Industrie im eigenen Land von einem überschätzten und technologisch rückschrittlichen Marktteilnehmer angegriffen wird?