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Echte Förderung unserer Dialekte statt Alibi-Politik (Landtagswahl 2018)

13. September 2018

Die Bayernpartei kritisiert die Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder nach einer Förderung der bayerischen Dialekte an Realschulen und Gymnasien als Plagiat und unglaubwürdigen Wahlkampf-Gag.

Am vergangenen Dienstag verkündete der amtierende Ministerpräsident Markus Söder, eine Initiative für Dialekte und Mundarten an bayerischen Realschulen und Gymnasien starten zu wollen. Hubert Dorn, Generalsekretär und kulturpolitischer Sprecher der Bayernpartei, kritisiert: „Fünf Wochen vor der Wahl entdeckt die Regierungspartei spontan ihre Liebe zu den bayerischen Sprachen. Die letzten fünf Jahre allerdings hat man sich bei den Christ-Sozialen um unsere Heimatsprachen nur wenig Gedanken gemacht. Genau genommen hat man sich dort nicht einmal darum bemüht, dem Bairischen den rechtlichen Status einer bedrohten Sprache zu verleihen“.

Dorn sieht in Söders Vorstoß weniger eine neue kulturpolitische Stoßrichtung als einen weiteren Wahlkampf-Gag: „Nach der Wiedereinführung der Grenzpolizei und nach der Wiedereinführung des Bayerischen Obersten Landesgerichts übernimmt Söder nun eine weitere langjährige Forderung der Bayernpartei. Aber wie die Grenzpolizei wird auch Söders Dialekt-Initiative wirkungslos bleiben. Denn eine Aufnahme der Dialekte in den Lehrplan der 8. Klassen an Gymnasien und Realschulen ist nicht mehr als ein schlechter Witz und unterstreicht die diesbezügliche Planlosigkeit der Staatsregierung“.

„Mit einer Woche Fränkisch, Schwäbisch und Bairisch für Realschüler und Gymnasiasten lässt sich das Sterben der bayerischen Dialekte nicht aufhalten. Um unsere bayerischen Heimatsprachen vor dem Aussterben zu retten, müssen sie unseren Kindern bereits im Kindergartenalter vermittelt werden. Deshalb fordert die Bayernpartei in allen Schularten und Jahrgangsstufen verbindliche Quoten für bayerische Lieder und Gedichte. Zudem müssen unsere bayerischen Literaten wie Kobell, Graf, Thoma, Christ oder Meier endlich auch im Deutschunterricht thematisiert werden. Darüber hinaus sollen unabhängig der Schulart alle Lehrkräfte verpflichtende Sprachkurse besuchen, die sie für die Besonderheiten des Bairischen, Fränkischen und Schwäbischen sensiblisieren. Das Erlernen der jeweiligen regionalen Sprache muss endlich als ein elementares Bildungsziel in die Lehrpläne aller Schularten aufgenommen werden,“ so fasst Dorn die sprachpolitischen Forderungen der Bayernpartei zusammen.

(Bild/Pixabay)